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Ich habe alles doppelt gesehen

Erkenntnisse und Einsichten eines Journalisten. 40 Reportagen und Artikel aus dem geteilten und dem vereinten Deutschland (1948–2008)

von Ralf Bachmann

 

ISBN: 978-3-86729-044-9
1. Auflage 2009

Format: 13 x 21 cm
304 Seiten
36 einfarbige Abbildungen
Broschur

Preis: 15,00 €

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Bilanz eines Journalistenlebens

2009 erschien im Sax-Verlag von Ralf Bachmann »Ich habe alles doppelt gesehen. Erkenntnisse und Einsichten eines Journalisten. 40 Reportagen und Artikel aus dem geteilten und dem vereinten Deutschland (1948–2008)«. Der Autor gibt darin im Jahr der runden Jubiläen der Gründung beider deutscher Staaten und des Mauerfalls einen pointiert kommentierten Überblick über seine publizistische Arbeit vom Volontär und jungen Redakteur der »Nachrichten für Grimma« und der »Leipziger Volkszeitung« bis zum Reisereporter in zahlreichen Ländern dreier Kontinente und Feuilletonschreiber, wobei er auch politische Diskussionsthemen nicht ausspart. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die Interesse an der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Entwicklung des Denkens eines schreibend Beteiligten, aber auch Freude an unterhaltsam geschilderten Episoden, Erlebnissen und Betrachtungen aus der geübten Feder eines erfahrenen Journalisten haben.

»Ein prominenter Journalist ist Ralf Bachmann nie gewesen. Er war immer einer von den ganz normalen Unauffälligen dieser Berufsgruppe, in der es wimmelt von sich selbst überschätzenden Eitlen. In seinem 80. Lebensjahr hat Bachmann 40 Artikel und Reportagen aus 60 Jahren publizistischer Arbeit zusammengestellt. Was diese Rückschau so beachtlich macht, sind nicht nur Bachmanns thematische Vielseitigkeit, sein besonderer Blick und seine hintergründige Ironie, sondern die Bereitschaft und Fähigkeit zur kritischen Selbstbetrachtung seines journalistischen Wirkens in der DDR »zwischen Wahrheit und Parteilichkeit«.

Freimütig gibt Bachmann zu, »mitgemacht, nicht energisch genug widersprochen« zu haben, er gesteht Irrtümer ein und korrigiert sich nachträglich. Damit hat er ein Beispiel für Belehrbarkeit gegeben. Bachmanns Buch ist aber keine Selbstbespiegelung, sondern ein kleines Kaleidoskop deutscher Geschichten und Geschichte von Grimma in Sachsen und Bonn am Rhein über einen Kibbuz bei Haifa bis Blumenau in Brasilien. Das Buch bietet eine anschauliche und amüsante Lektüre.«

Helmut Lölhöffel (in: Das Parlament, Nr. 14, 2009, Angelesen)


Ein aufrichtiger, knorriger Sozialist
http://www.vorwaerts.de/artikel/ein-aufrichtiger-knorriger-sozialist
Sein Weg führte ihn „vom überzeugten, dogmengläubigen FDJler zum tolerierenden linken Demokraten, der Marx zwar nicht abgeschworen hat, ihn jedoch nun auch durch die Brille Willy Brandts zu sehen lernte“ – so hat er sich selbst beschrieben. Im Laufe seines Lebens suchte er „in dem Wort Sozialist einen neuen Sinn“ und fand ihn: als  „Verpflichtung zum Handeln, wofür das leider abgenutzte und missbrauchte Wort Solidarität steht“
Diese Haltung führte ihn nach 1989 in den Freundeskreis um Wolfgang Thierse, ins Kulturforum der SPD und in den Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokraten, und er wurde Autor des im Vorwärts-Verlag erscheinenden „Blick nach rechts“ (bnr.de). In seinen Büchern „Ich bin der Herr. Und wer bist du?“ (Berlin 1995) und „Ich habe alles doppelt gesehen“ (Beucha 2009) hat Bachmann seine Erkenntnisse und Einsichten selbstkritisch, aber nicht selbstanklagend dargestellt. „Ich habe ihn als aufrichtigen, knorrigen Menschen kennengelernt, der mit seiner und unserer Geschichte ehrlich und selbstbewusst umgeht“, würdigte Wolfgang Thierse ihn zum 80. Geburtstag.

Ein Journalistenleben
Bachmann ist am 29. Dezember 1929 in Crimmitschau (Sachsen) geboren. Er war Journalist bei den "Nachrichten für Grimma", der "Leipziger Volkszeitung" und der Zeitung "Neuer Tag" in Frankfurt/Oder. Danach gelangte er ins Presseamt beim Ministerpräsidenten der DDR. 30 Jahre lang arbeitete er dann als Redakteur, Korrespondent, unter anderem in Prag und in Bonn, sowie in Leitungsfunktionen bei der staatlichen DDR-Nachrichtenagentur Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN). 1989/90 war er den DDR-Regierungen unter Hans Modrow und Lothar de Maiziere  stellvertretender Regierungssprecher bzw. Abteilungsleiter im Ministerium für Medienpolitik. Jetzt lebt der vergnügte und fußballbegeisterte Achtziger mit seiner Frau Inge als Autor in Berlin.