Die Buchstadt Leipzig
Mythos und Symbole
von Sabine Knopf Fotografien von Jochen Möller
ISBN: 978-3-86729-025-8
1. Auflage 2008
Format: 15 x 23 cm
112 Seiten
130 einfarbige Abbildungen Fadengeheftete Klappenbroschur
Preis:
18,00 €

|
|
Nach dem »Leipziger Gutenbergweg« widmet sich die Autorin mit »Die Buchstadt Leipzig« nun deren »Mythos« und ihren
steingewordenen »Symbolen« wie den vielfältigen Signets in der Buchbranche schlechthin. Sie erzählt von einer verlorenen großen Firmenkultur, entfaltet die alte
Symbolwelt des Buchwesens (mit Eule, Adler, Greif, Schwan, Bär, Pegasus und Krebs, Minerva, Typographia, Fortuna und Merkur, Gutenberg, Dürer, Druckerwappen) und
erinnert die Heiligen Hallen und Selbstinszenierungen der Buchstadt Leipzig, ihre Festkultur mit Gutenberg- und Kantatefeiern, Weltausstellungen und Leistungsschauen wie
Bugra, IBA u. dgl. Vor allem aber gibt sie überraschende Einblicke in Letzterhaltenes im Graphischen Viertel, in Rekonstruiertes wie in Fragiles, hoch Gefährdetes, teils
nicht mehr zu Rettendes – festgehalten in eindrücklichen Fotografien von Jochen Möller.
Aus dem Inhalt:
Die Buchstadt Leipzig – Selbstinszenierungen und Symbole
Von den Ursprüngen der typographischen und buchhändlerischen Symbole – Signets und Sinnbilder
Heilige Hallen – Leipzigs Zentren von Buchhandel und Buchdruck
Feiern, Weltausstellungen und Leistungsschauen – die Selbstinszenierungen einer Buchstadt
Erhaltenes, Rekonstruiertes und letzte Blicke
Auf der Suche nach Symbolen des Buchwesens im Graphischen Viertel
Rezension:
»Die Buchstadt Leipzig – Mythos und Symbole ist der Titel einer soeben im Sax-Verlag erschienenen Edition aus der Feder von Sabine Knopf, die sich um die Aufarbeitung
der Leipziger Kulturgeschichte bereits mehrfach verdient gemacht hat. Am 19. Februar 2008 stellte die Autorin das Buch in einer Veranstaltung des Leipziger
Bibliophilen-Abends vor und zog weit über 100 Interessenten ins Haus des Buches. Auch nach dem beispiellosen Niedergang der Buchstadt im Gefolge der Wende ist also das
besondere "Buchklima" Leipzigs lebendig geblieben. Im Vortrag von Sabine Knopf ging es allerdings vorzugsweise um die glanzvollen Seiten, in denen Leipzigs
Verleger, Buchhändler und Druckereibesitzer ihre herausgehobene Stellung und die Bedeutung ihrer Unternehmen durch repräsentative Bauten zur Schau stellten. Als Symbole
der Buchstadt Leipzig galten bis zum Zweiten Weltkrieg die imposanten Vereinsgebäude des Buchwesens: das Deutsche Buchhändlerhaus, das Deutsche Buchgewerbehaus und die
Deutsche Bücherei. Große, oft mehrtägige Gutenbergjubiläen sowie die seit dem 19. Jahrhundert alljährlichen Kantatefeiern zur Messe waren für Leipzigs Buchhandel und
Buchgewerbe willkommener Anlaß, Traditionen wie neue Errungenschaften zur Schau zu stellen. Im 20. Jahrhundert war Leipzig Schauplatz der Weltausstellung Bugra (1914)
und der Internationalen Buchkunst-Ausstellungen, deren letzte 1989 stattfand. – Für das Schmuck- und Repräsentationsbedürfnis der Vertreter des Buchgewerbes und -handels
spielten die Symbole dieser Berufszweige Merkur, Minerva und Typographia, Adler, Greif und Druckerwappen, Eule, Schwan und Pegasus eine wichtige Rolle. Fassaden und
Interieur vieler Bauten waren mit diesen Symbolen und Allegorien geschmückt und kündeten von Selbstgefühl, Wohlstand und kulturellem Anspruch der Leipziger Buchhändler,
Verleger und Drucker. Verlagssignete, Akzidenzen, Vereinsfahnen, Speisekarten zu Vereinsfesten trugen diese Symbole, denen Sabine Knopf in ihrer Abhandlung nachgeht. In
dem reich bebilderten Band findet man dafür mannigfachige Beispiele, viele von ihnen allerdings nur noch durch historische Aufnahmen dokumentiert, da die Originale Opfer
von Krieg und Nachkriegszeit wurden. Aber auch für etliche noch erhaltene Details und manches bedeutsame Gebäude ist es, wie zu befürchten, eine Bestandsaufnahme in
letzter Minute. – Jochen Möller, dem die Fotographien zu danken sind, hatte vergrößerte Abzüge angefertigt, die pünktlich zur Veranstaltung im Foyer des Hauses in einer
kleinen, sehenswerten Ausstellung zu besichtigen waren. – Das flüssig geschriebene Buch von Sabine Knopf, das diese und viele weitere Abbildungen enthält, ist im Handel
und beim Verlag zu erwerben (ISBN 978-3-86729-025-8; 18 Euro)«
Rezension von Herrn Kästner aus »Marginalien«, Juni 2008
|