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Die Bornsteins

Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte

von Ralf Bachmann

 

ISBN: 978-3-934544-86-4
3. Auflage 2010

Format: 13 x 21 cm
160 Seiten
52 einfarbige Abbildungen
Broschur

Preis: 14,80 €

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Was an der Wende zum 20. Jahrhundert wie eine Kleinstadtidylle beginnt, die Geschichte der Ansiedlung jüdischer Familien im vogtländischen Falkenstein, der Gründung ihrer Geschäfte, der hoffnungsvollen Zeichen des Sesshaftwerdens, endet in Katastrophen, als die Nazis an die Macht kommen. Die vier in Falkenstein geborenen Kinder des Ehepaars Bornstein, der beiden ersten Juden in der Stadt, erleiden nach 1933 alle Varianten jüdisch-deutschen Schicksals: Verlust der Existenzgrundlagen, Flucht ins Ausland, Leben in der Illegalität, Zwangsarbeitslager und Tod im Vernichtungslager. Aber in diesem Buch lernen wir nicht nur ihre Furcht und ihr Leid kennen, sondern auch das ganz alltägliche Leben der Menschen, ihre kleinen Freuden und Erfolge im Zeichen der allgegenwärtigen Bedrohung. Die Überlebenden und ihre Kinder wurden in alle Welt verstreut, haben sich erfolgreich neue Existenzen aufgebaut und blicken nicht nur im Zorn zurück, sondern hielten fast magisch anmutende Beziehungen zu Deutschland aufrecht.

Zur 3. Auflage

Glücklicherweise hat das Erscheinen der »Bornsteins« nicht nur ein lebhaftes Echo ausgelöst, sondern auch eine Reihe unbekannter Details zur Familiengeschichte zutage gefördert. So kann diese Ausgabe in mehreren Kapiteln ergänzt und um ein neues Kapitel erweitert werden. Das ist auch einigen jener Leute zu verdanken, die sich als Nichtjuden mit wahrer Hingabe, oft neben ihrer beruflichen Tätigkeit, der Erforschung jüdischer Vergangenheit gerade in Orten gewidmet haben, in denen es längst keine jüdischen Mitbürger mehr gibt. Sie erhalten die Erinnerung an jene Zeiten vor der Judenvernichtung und -vertreibung wach, als deutsch-jüdisches Zusammenleben zum Nutzen aller noch eine Selbstverständlichkeit war. Dafür und für manche wertvollen Informationen bin ich namentlich Herrn Werner Pöllmann, Markneukirchen, Herrn Dr. Jürgen Nitsche, Chemnitz, Herrn Ralph Ide, Falkenstein/Vogtland, Frau Ellen Bertram, Leipzig, und nicht zuletzt Frau Waltraud Schmidt, Plauen, zu großem Dank verpflichtet.
Ich bin mit den »Bornsteins« viel unterwegs gewesen. In über 25 Lesungen habe ich zu ganz unterschiedlichen Bevölkerungskreisen gesprochen. Besonders am Herzen lagen mir die Begegnungen mit den meist sehr aufgeschlossenen Jugendlichen in Schulen und anderswo. Nun, im achten Lebensjahrzehnt, wird das aus Alters- und Gesundheitsgründen zwangsläufig seltener werden. Es wäre eine Genugtuung für mich, wenn trotzdem auch in Zukunft gerade die junge Generation zu diesem Büchlein als einem Lesestoff greifen würde, der ihnen authentisch und aus der lebendigen Sicht eines Betroffenen, aber ohne Selbstmitleid und Anklagen vom Schicksal der deutschen Juden in und nach einer der schwersten Prüfungen in ihrer jahrtausendelangen Geschichte erzählt.

Ralf Bachmann

Rezensionen:

Prof. Egon Bahr:
»Das Buch ist traurig, aufregend, köstlich, jedenfalls auch interessant mit den unbekannten Verknüpfungen zu bekannten Namen und überraschenden Standorten, und nicht zuletzt, weil es an die so ganz anderen eigenen Erinnerungen rührt. Einiges würde man gern vergessen ohne es zu können. Gratulation zu einem gelungenen Buch, das geschrieben werden musste. Ich bin froh, es zu besitzen.«

Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Bundestages und Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie:
»Bachmanns humorvolle und selbstironische deutsch-jüdische Familiengeschichte beschreibt feinfühlig einen Alltag, der nicht nur Bedrohungen, sondern auch Freuden, berufliche Erfolge und geradezu skurrile Episoden enthielt. Ein packender Beitrag zur Geschichte von unten.«

Patrick Weber in »diesseits«:
»Über seinen Anspruch, eine unterhaltsame Lektüre abzuliefern, weit hinausgehend, verknüpft Bachmann die Geschichten von Opa Max, Tante Alma und Onkel Willy mit dem Schicksal der vielen anderen deutsch-jüdischen Familien während der Nazizeit, schildert im Kleinen den Neuanfang sowie die erste Begegnung mit dem Jerusalem der 90er-Jahre.«

Helmut Lölhöffel in »Vorwärts« Berlin:
»In Anekdoten, Episoden und Reportagen erzählt der 76-jährige Journalist Ralf Bachmann die Geschichte seiner deutsch-jüdischen Familie aus Falkenstein im Vogtland ... Dass er sich bei aller Trauer und Dramatik auch mit Heiterkeit und Humor erinnern kann, zeichnet ihn aus ... Sein Büchlein, das zahlreiche Bilder und Dokumente enthält, ist ein wertvoller Beitrag zum Erinnern und zum Verstehen. Gerade weil es nicht nur bedrückend ist, sondern auch Optimismus vermittelt.«

Klaus Haupt schreibt in »Neues Deutschland« Berlin:
»Der Journalist Ralf Bachmann hat mit feiner Feder ein berührendes Bild gezeichnet. Jüdischer Alltag vergangener Zeiten erscheint vor dem geistigen Auge, Bräuche, jiddische Redeweise – einiges so bunt und lebensvoll wie Illustrationen von Anatoli Kaplan. Ein Erinnerungsbuch besonderer Art.«